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Der Kaffee ist fertig ...



Kirchencafé - Zeit der Gemeinschaft

1995, ich sitze in einer kleinen, methodistischen Gemeinde in St. Ives, Cornwall/England, der Pastor ruft zum Abschluss des Gottesdienstes Amen (gesprochen Äihmen). Die Gemeinde steht auf, singt inbrünstig ein Schlusslied. Die letzten Töne des Schlussliedes verklingen und ältere Ladies machen sich zügig auf den Weg nach draußen. Meine Annahme, dass die Damen heim zum Mittagessen wollen, wird entkräftet, als ich in den Kirchenvorraum komme: Tea time - am helllichten Mittag, ungewöhnlich für England, viel zu früh am Tag. Aber schnell erkenne ich, hier geht es nicht um den Tee. Hier geht es um Gemeinschaft, um den Austausch wie es geht, was die Bekannten so machen und vor allem um den Austausch zwischen Jung und Alt. Soviel zu meiner Kirchen-Tee-Erfahrung.

Unsere Gemeinde hat dazu seit einiger Zeit das passende Pendant - Kirchencafé. Eine Institution unserer Gemeinde, die sich inzwischen im Gemeindeleben etabliert hat. Wir möchten hier den Austausch über den Gottesdienst, den Glauben, das wie-geht-es-dir-wie-geht-es-mir-Fragen, das Tratschen, den Austausch zwischen Jung und Alt fördern. Hierzu benötigen wir immer wieder neue Gesichter, die sich einbringen. Aufbau, Organisation, Durchführung und Putzen bedarf einiger Freiwilliger; nicht zu vergessen der Nachschub des Gebäcks und der Getränke.

Um auf meine kleine Anekdote zurück zu kommen: In Cornwall konnte ich erleben, wie sich vor allem ältere Gemeindeglieder einbrachten. Es gab Gebäck und Tee, jeder wuselte durch die Gegend und half mit. Für unsere Gemeinde würde ich mir wünschen, dass wir den „Hinter“gedanken, den Dialog zwischen Alt und Jung, damit in Schwung bringen und am Leben erhalten. Es wäre schön, wenn wir uns gemeinsam um Gebäck, Kaffee oder Tee kümmern und zusammen Gemeinschaft haben könnten. Hier kann sich jeder nach seinen Kräften einbringen. Dem Einen liegt es eher zu backen, der Andere bringt sich lieber in der Durchführung ein oder einfach nur gemeinsam Kaffee trinken, jeder nach seinen Kräften und Fähigkeiten. Und bei allen diesen Bemühungen und dem Vergnügen werden wir uns als Gemeinde besser kennen lernen.

Für die Zukunft des Kirchencafés wünsche ich mir, dass die Besucher des Cafés und unsere Helferfront so bunt wird wie unsere Gemeindeglieder - Jung und Alt im Dialog. Colette Kuhn