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auf das Jahr 2008.
Die B-Mannschaft heißt Gottes Sohn willkommen
Gottes Sohn kommt zur Welt, doch Engel Corilon kann es nicht fassen. Ein ärmliches Paar ist als Eltern auserkoren, eine lange Reise ist vorab vonnöten, als Geburtsort ist ein Stall vorgesehen, und die ersten Menschen, die ihn willkommen heißen dürfen, sollen ausgerechnet Hirten sein. Da muss der Engelschor für den nötigen Glanz sorgen, doch die besten Sänger sind mit Sonderaufträgen verhindert - es bleibt nur die „B-Mannschaft“ übrig. Corilon ist verzweifelt, doch dann erklärt ein Brief des Herrschers der Heerscharen den Hintergrund: Gott liebt das Kleine, Schwache; er will trösten und aufrichten. Und mit dieser Aussicht erklingt der Engelsgesang tatsächlich wie von der „A-Mannschaft“ … Die Kindergottesdienstgruppen boten das etwas andere, aber durchaus tiefsinnige Krippenspiel mit viel Einsatz und Freude dar, sehr zum Vergnügen der erwachsenen Gottesdienstbesucher am 4. Advent 2011. Gottes ursprüngliche 1A-Welt wurde durch den Sündenfall zur B-Welt; doch Gottes Liebe zu den Menschen veranlasste ihn, seinen Sohn in diese B-Welt zu schicken. Denn Gott möchte mit uns Menschen, mit jedem von uns, zusammen ein 1A-Team sein, erklärte Pastor Stefan Reinhardt in seiner anschließenden Predigt. Und wenn wir „Ja“ sagen zu Jesus, dann werden wir wieder 1A!
Text und Foto: Olaf Hinrichsen
Offen für alles - oder sich entscheiden für Jesus?
Mutter und Tochter sind unterwegs, die Mutter reitet, das Kind geht zu Fuß - "unmöglich, das Kind hat doch noch viel jüngere und schwächere Beine!“ Also steigt die Mutter ab, das Kind reitet fortan - "unmöglich, die Mutter hat doch viel ältere und schwächere Beine!“ Also setzen sich Mutter und Kind gemeinsam auf das Pferd - "unmöglich, zwei kräftige Personen auf einem armen Tier!“ Also steigen Mutter und Kind wieder ab und tragen ihrerseits das Pferd - "unmöglich,…“ – das kleine Theateranspiel beim jüngsten Gottesdienst anders zeigte: Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein?!
Doch was gilt, vor allem angesichts der Religionsvielfalt? Pastor Stefan Reinhardt fand die Antwort im 14. Kapitel des Johannes-Evangeliums: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! …. Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ Dieser „Absolutheits-anspruch“ ist von Jesus an die Menschen gerichtet (und darf nicht von Menschen dazu missbraucht werden, ihn mit Gewalt durchzusetzen), denn in Jesus hat sich Gott den Menschen offenbart. Jesus ist der Weg zu Gott, Jesus ist die Wahrheit, Jesus ist das Leben auch nach unserem irdischen Dasein. Wer sich darauf verlässt, der braucht keine anderen (pseudo-)religiösen Strömungen auszuprobieren. Allerdings: Der Mensch muss sich einmal für Jesus entscheiden; sich alles offen halten geht nicht. Olaf Hinrichsen
Michaela, Katja und Alissa Schweizer, Daniela Batista, Matthias Schweizer und Andrea Hinrichsen gestalteten das Theateranspiel.
Arbeit als Plage - Arbeit als Sucht
Ich arbeite, also bin ich …. anerkannt? zufrieden? ausgefüllt? finanziell unabhängig? Schon vor dem Gottesdienst anders gab es für die Gäste Denkanstöße. Ich arbeite, also bin ich …?
"Ich gehe gerne in die Arbeit" stimmte Susanne Bühler das Eingangslied an und ließ die musikalische Aufforderung folgen: "Komm, wir lassen's uns gut gehen, wenn alles getan ist." Denn auch als Pausierende sind wir von Gott geliebt; nicht umsonst hat ER uns den Sabbat zum Ausruhen geschenkt. In Ruhe Kaffeetrinken, beim Spazierengehen kleine Dinge staunend neu entdecken - diesen Tag verschwenden wir, oder eben auch nicht.
Macht Arbeit nur Spaß, wenn sie bezahlt wird, wenn sie Geld zum Shoppen einbringt? Darüber unterhielten sich Anna und Katharina Schuster mit Pastor Stefan Reinhardt. Doch was ist mit der unbezahlten Arbeit in Familie, Gemeinde, Verein? Joschka Braun berichtete von einer kurzen Umfrage in der Göppinger Fußgängerzone. Demzufolge glauben 60 Prozent der Befragten, dass Arbeit glücklich macht, 34 Prozent könnten auch ohne Arbeit glücklich sein, wenn sie trotzdem Geld und Freunde hätten. Das Theateranspiel verdeutlichte in zwei kurzen Szenen die unterschiedlichen Facetten der Arbeit: Eine Frau stöhnt unter der Last der Arbeit, die ihr die Kollegin nicht (teilweise) abnehmen will; eine andere Frau stöhnt zwar auch, will sich aber nicht helfen lassen, sondern alles alleine bewältigen.
Arbeit kommt von Gott. Nach dem Sündenfall müssen Adam und Eva das Paradies verlassen. „Mit Mühsal sollst du dich von ihm [dem Acker] ernähren“ (1. Mose 3, 17) - Arbeit als Folge der Trennung des Menschen von Gott. Aber Mühe ist nicht gleich Plage, verweist Pastor Reinhardt in seiner Ansprache auch auf Prediger 3, 13: „Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinen Mühen, das ist eine Gabe Gottes." Und in Jesus wird den Menschen ein neuer Weg zu Gott angeboten; durch Jesus wird der Arbeits"fluch" aufgehoben. Doch: Lassen wir Jesus überhaupt in unsere Arbeitswelt hinein? Als Maßstab für die Bedeutung unserer Arbeit, als Grundlage für den Umgang mit Kollegen?
Den Gottesdienst anders hatte Pastor Stefan Reinhardt zusammen mit den Jugendlichen des Kirchlichen Unterrichts ausgearbeitet. Und wer von den Besuchern im Gottesdienst nicht gearbeitet hatte, durfte wenigstens die Früchte seiner sonstigen Arbeit in die Kollekte einlegen…. Olaf Hinrichsen
Vier neue ABC-Schützen in unserer Gemeinde
Von Andrea Hinrichsen begrüßt und von Pastor Stefan Reinhardt gesegnet wurden im letzten Gottesdienst der Schulferien (12.09.2010) unsere vier neuen Erstklässler. Ins Schulleben starteten Mitte September Alicia Batista aus Gammelshausen (Grundschule Dürnau-Gammelshausen), Jona Borstell aus Rechberghausen, Sophia Loser aus Eislingen und Nils Traub aus Heiningen.
In seiner Predigt verdeutlichte Pastor Stefan Reinhardt mit Hilfe zweier freiwilliger Kinder die Bedeutung des Segens. „Kalte Füße“ könne man angesichts schwieriger Aufgaben bekommen, so wie Abraham, der - als „steinalter Mann“ - von Gott in ein fernes Land gesandt wurde. „Da wird er sicher auch ‚kalte Füße‘ bekommen haben“, meinte Pastor Reinhardt. „Doch Gott versprach: ‚Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein‘.“ Doch was bedeutet das, ‚segnen‘ und ‚ein Segen sein‘?
Nachdem Marieke Reinhardt und Maurice Reyher ihre Schuhe und Socken ausgezogen und echt kalte Füße bekommen hatten, goss der Pastor warmes Wasser aus einer Thermoskanne in eine kleine Plastikwanne und ließ die Kinder ihre Füße wieder wärmen. „Segen ist wie ein warmes Fußbad.“ Und wer warme Füße hat, erfährt die Kraft, anderen Menschen mit kalten Füßen zu helfen - und so selber zum Segen zu werden.
Anschließend konnte jeder Gottesdienstbesucher auf ausgeschnittene ‚Papierfüße‘ schreiben, in welchen Situationen er ‚kalte Füße‘ bekommt. Diese Sorgen durfte er vor Gott bringen und sich individuell segnen lassen - und so ‚warme Füße‘ und Kraft für die nächste Woche erhalten.
Olaf Hinrichsen
Gottedienst anders mit Frühstück am 4. Juli 2010
"Ego allein zu Haus“ lautete das Thema des jüngsten „Gottesdienst anders“ in der evangelisch-methodistischen Friedenskirche. Dabei ging es um die Frage, wie Gemeinschaft gelingen kann. Theologische Anregungen gab der Bibeltext in Prediger 4, 8-12; praktisch gelebt wurde sie mit einem gemeinsamen Frühstück.
Nein, alleine leben wollen Christiane Schmid und Pastor Stefan Reinhardt, die die Gottesdienstbesucher begrüßten, wahrlich nicht. Aber etwas mehr Zeit für sich, etwas mehr Rückzugsraum, das wünschten sich beide angesichts der Ansprüche des Berufs, der Familien, Freunde und der Gemeinde. Andererseits ist es sehr wichtig, sich mit anderen zu treffen, zu plauschen und auszutauschen. Die EmK bietet dazu viele Möglichkeiten, vom Gottesdienst über die Hauskreise bis zum Kirchenkaffee und zu „Fridays“: Während der Schulzeit lädt die Friedenskirche in der Friedrichstraße 27 ab 12:15 zum Mittagessen und ab 15 Uhr zu Kaffee und Kuchen ein.
Doch diese offenen, weit über die eigene Gemeinde hinausreichenden Angebote funktionieren nur, wenn genügend anpacken und die anfallenden Arbeiten gemeinsam erledigen. Auch hier gilt: Leben gelingt nur in der Gemeinschaft! Gemeinde ist wie ein großes Familientreffen; Gemeinschaft bedeutet zu helfen und Hilfe zu bekommen. Beim Frühstück im Rahmen des Gottesdienstes wurde an den Tischen eifrig diskutiert und aufgeschrieben, was Voraussetzung für eine gelingende Gemeinschaft ist und was sie verhindert. Als Voraussetzungen wurden genannt „Teamgeist“, „gemeinsame Ziele“, Echtheit“, „Liebe“, „miteinander reden und zuhören“, „Freude teilen“, „dass jeder mal abspült“. Hindernisse sind „Gleichgültigkeit“, „Klatsch“, „Egoismus“, „übermäßiger TV-/PC-Konsum“.
Der Mensch ist als Gemeinschaftswesen geschaffen, nicht als Einzelgänger. „So ist’s ja besser zu zweien als allein …Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf….Auch wenn zwei beieinander liegen, wärmen sie sich; wie kann ein einzelner warm werden?“ (Prediger 4, 9-11). Klar, gegen die äußere Kälte vermag eine Wärmflasche zu helfen. Aber was hilft gegen die innere Kälte? Fernsehen oder Computer, Arbeit oder sportlicher/kultureller Erfolg? Diese Faktoren mögen ablenken; eine gelebte und gestaltete Gemeinschaft ersetzen sie nicht. "Eine tragfähige Gemeinschaft mit Gott wärmt wirklich", versicherte Pastor Reinhardt. "Auch wenn wir mit Zweifeln, ja sogar mit verschlossenen Herzen zu Gott kommen und uns helfen lassen wollen, so wird Gott unsere Herzen öffnen." Das verheißt auch Vers 12 in Prediger 4: "Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei." Die dreifache Schnur, so Reinhardt, weist auf die Trinität Gottes hin:
- Gott, der Vater, der uns geschaffen hat, will, dass wir leben;
- Jesus, Gottes Sohn, hat sich für uns, für unsere Schuld hingegeben;
- Der Heilige Geist Gottes gibt uns die Kraft zur Gemeinschaft.
Olaf Hinrichsen
Auch im Kindergottesdienst gab es ein Frühstück.
Die Bibel von der Mitte der Schrift her auslegen
Es war genau eine Fußballmannschaft samt Trainer, die sich an einem Abend während der Fußball-Weltmeisterschaft in der Friedenskirche versammelt hatte: Pastor Stefan Reinhardt konnte exakt elf Gäste zum Themenabend „Bibelverständnis aus methodistischer Sicht“ begrüßen. "Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg" (Psalm 119, 105).
In Seminaren während seines Studiums wurde Stefan Reinhardt mit den unterschiedlichsten Möglichkeiten des Bibellesens konfrontiert - von „Vergessen Sie Ihren Glauben und lesen Sie nur die Texte“ bis „Hinterfragen Sie nichts, schalten Sie beim Bibellesen Ihren Verstand ab“. Die EmK-Kirchen-ordnung sieht die Bibel als Gottes Wort an, das ein zuverlässiges Zeugnis über Leben, Sterben und Auferstehung Jesu Christi gibt. „Die Bibel ist nicht von Gott selbst geschrieben, wohl aber von vielen Menschen, die alle von Gott inspiriert wurden“, so Pastor Reinhardt. Sie kann unterweisen "zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus", wie es Paulus in seinem zweiten Brief an Timotheus schrieb (2. Tim 3, 15). Dass dies auch heute (noch) gilt, zeigten kurze Berichte einiger Teilnehmer/-innen, was ihnen die Bibel ganz konkret bedeutet beziehungsweise wann ihnen ein Bibelwort besonders geholfen hatte.
Pastor Stefan Reinhardt legt die Schrift von ihrer Mitte her aus - und das ist Jesus Christus! Alle Textstellen und scheinbaren Widersprüche müssen im Lichte des Wirkens Jesu Christi und des neuen Bundes Gottes mit uns Menschen betrachtet werden. Die Bibel mit anderen, historischen Quellen auf geschichtliche Fakten hin zu vergleichen, sagt nichts über die Wahrheit aus - die Kernaussagen der Bibel lassen sich letztendlich nicht beweisen. „Entscheidend ist aber nicht die Beweiskraft, sondern der persönliche Glaube.“ Doch kann jemand allein durch das Bibellesen zum Glauben kommen? Pastor Stefan Reinhardt meint nein. Erforderlich sind vielmehr persönliche Erfahrungen mit Gott, persönliche Beziehungen zu Jesus Christus. "Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist's, die von mir zeugt, aber ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet" (Joh. 5, 39 f).
Olaf Hinrichsen
WilderSüden Mai 2010 in Göppingen
70 Teenies beleben die Friedenskirche
WilderSüden ist, wenn...
- fast 80 Menschen für ein Wochenende in der EmK Göppingen zu Gast sind und sich willkommen fühlen
- im Göppinger Stadtpark die Gitarre ausgepackt und dort gesungen wird
- die Göppinger in der Fußgängerzone Gutscheine für Crêpes bekommen und so Alt und Jung und etwa 35 Personen unsere Kirche aufsuchen und mit uns ins Gespräch kommen
- Jugendliche beim Metzger im Schaufenster sitzen und in der Bibel lesen
- wenn am Ende alle erfüllt nach Hause gehen und mehr davon wollen...
Vielen Dank für die helfenden Hände und jegliche Unterstützung: Beim Einkaufen, Kochen, Salat bringen, Frühstück und Abendessen richten, das Spülen koordinieren, ein Stadtspiel entwerfen, Jugendliche radikal gastfreundlich in der Kirche abholen und die Bibelarbeit gemeinsam entdecken, fürs spontan Beamer- und Organistendienst machen, Aufräumen etc.
Monika Meingassner
Gottesdienst 09.05. WilderSüden
Ganz ehrlich, ich hatte keine rechte Vorstellung, was mich da erwartet. 70 Jugendliche, die einen Gottesdienst gestalten, das wird wahrscheinlich im besten Falle unruhig, wenn nicht chaotisch. Zu allem bereit fuhr ich nach Göppingen. Und dann standen da die Jugendlichen draußen und haben jeden einzelnen erwartet, begrüßt und an den Platz gebracht. Schon vor dem Gottesdienst war der Kontakt mit einzelnen möglich - ich erfuhr, wie viel Spaß es einer Elf-jährigen aus Uhingen gemacht hatte und dass sie gerne wieder zu einem Wochenende des Wilden Südens fahren will.
Der Gottesdienst war mit großer Ernsthaftigkeit vorbereitet und wurde auch so gefeiert. Egal ob Anspiel, Gebet, Lieder, Predigt oder der Segen - bei allem war Jugendlichen und Mitarbeitern abzuspüren, mit welcher Freude und Engagement alle dabei waren. Die Gebetsform „Herr wir bitten dich……“ haben wir anschließend gleich im Hauskreis aufgegriffen. Und der Segen, bei dem plötzlich alle Jugendlichen und Mitarbeiter auf den Stühlen standen und ein Netz aus ausgebreiteten Armen über die Gemeinde spannten, hat wohl niemand unberührt gelassen.
Vielen Dank euch allen, Jugendlichen und Mitarbeitern für euren Einsatz, für eure Begeisterung.
Sicher denken viele so wie ich. Wir freuen uns, wenn ihr bald einmal wieder bei uns Station macht und dann laden wir ganz besonders alle die ein, die diesen Gottesdienst verpasst haben und denen damit wirklich was entgangen ist.
Einige Kommentare, die ich von diesem Wochenende und vom Gottesdienst gehört habe:
- Dieser Gottesdienst hat mein Herz berührt (90 Jahre)
- Es war sehr schön, begrüßt und an den Platz begleitet zu werden
- Die Predigt war sehr klar und eindrucksvoll
- Es ging ungeheuer diszipliniert zu
- alles war toll aufgeräumt, nirgends war Chaos
- das Gebet war beeindruckend
- vom Segen war ich tief berührt
- aufgeweckte und freundliche Jugendliche
- wie ist es möglich, so einen Gottesdienst in so kurzer Zeit vorzubereiten?
- toll wie freundlich und aufmerksam alle mitgeholfen haben, sei es beim Tisch decken, spülen oder aufräumen Uta Hegenloh
WilderSüden - unter dem Thema "Radikale Gastfreundschaft", wie wir es erlebt haben:
Freitagabend, Anreise für 70 - 80 Jugendliche. Unsere Kirche wird zum Bienenhaus! Abendessen richten, hilfsbereite, freundliche Jugendliche für jeden Hilfsdienst. Abräumen, Spülen, Abtrocknen, Tische abwischen – alles läuft wie eingespielt.
Samstag Bibelarbeit, Freizeit, Stadtspiel, Gottesdienstvorbereiten. Sonntag der Gottesdienst - ein Erlebnis der besonderen Klasse! Ein Spalier junger Menschen zum Empfang - jeder Gottesdienstbesucher wurde an seinen Platz begleitet - ein süßer Gruß lag schon bereit. „Möchten Sie die Jacke ablegen?“ - die Jugendlichen als vollendete Gastgeber! Gesprächsbereit, freundlich, aufmerksam.
Die Kirche voll belegt, viele fremde Gesichter - ein Gottesdienst von den Jugendlichen vorbereitet und gestaltet zum Thema Gastfreundschaft. Wir wurden durch den Gottesdienst begleitet durch Gebet und Lieder, Zeugnisse, Berichte, ein Anspiel, eine Predigt über Gottes radikale Gastfreundschaft: „Kommt her zu mir, es ist alles vorbereitet, ich sorge für euch, der Tisch ist gedeckt, für alle!! Kommt!“
Jugendliche sprachen das Segensgebet mit über 100 hocherhobenen Händen zum Zeichen des Segens über der ganzen Gemeinde. Unvergesslich!!! Traute Schweizer
WilderSüden ist wirklich eine gute Sache. Bibelarbeit in der Metzgerei bzw. bei Menschen unserer Gemeinde, Einladeaktion mit Crêpes und viel sonstige Action - einfach spitze. Und der Gottesdienst am Sonntag hat wirklich viele bewegt - mich auch. Radikal gastfreundlich, lebhaft und leidenschaftlich. Wirklich klasse! Martin Straub
Erster Gottesdienst anders 2010
Ja, ja, bla, bla, bla, ne, is’ völlig klar: Die Welt ist furchtbar!
"Wir leben in einem reichen Land und haben trotzdem täglich etwas zum Jammern", stellte Doris Stöbe bei der Begrüßung zum jüngsten Gottesdienst anders "Wer jammert, ist nie allein!" fest. Viele Gründe besingen zum Beispiel die Wise Guys in ihrem Lied "Ja, ja", nachzulesen im Internet unter www.wiseguys.de. Weitere Jammer-Tiraden bescherten die "echten Männergespräche" zwischen Jonathan Honold, Andreas Hegenloh und Jonas Hirsmüller im Theater-Anspiel: mieses TV-Programm, Spülmaschine und Auto kaputt, Rückenschmerzen und Sportverletzungen, und und und – beim Karteln, Bier und Chips überbieten sich die wahren Kerle im Lamentieren, während ihre Frauen sicherlich irgendwo herumhängen und nur jammern, was alles kaputt geht und weh tut...
Im menschlichen Gehirn gibt es den Stirnlappen, den Seitenlappen und den Jammerlappen, schlussfolgerte Pastor Stefan Reinhardt in seiner Predigt. Während jeder Österreicher durchschnittlich sechs Mal im Jahr zum Arzt geht, besucht jeder Deutsche 17 Mal den Doktor: „Wer jammert, ist nie allein, sondern erfährt Aufmerksamkeit.“ Allerdings gibt es auch wirkliche Probleme, die mutlos machen (können). Krankheit, Arbeitslosigkeit, Sorgen um den eigenen Glauben können bedrücken. Es darf berechtigterweise gejammert werden. Auch Jesus hat täglich über die Menschen gejammert, da sie ihm leid taten.
Die Lösung findet sich in Matthäus 11, 28 - 30: "Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“ Die ersten vier Worte aus Jesu Mund „Kommet her zu mir“ darf jeder ganz persönlich nehmen. Denn Gott ist voller Erbarmen, er ist ein Gott des Trostes, wie im 2. Korinther 1,3 geschrieben steht. Jesus verspricht nicht, die Gründe für die Sorgen zu beseitigen, die Probleme aus dem Weg zu räumen, aber er verspricht: Bei mir werden eure Seelen Ruhe finden.
Wer an der richtigen Stelle - bei Jesus - jammert, gewinnt eine neue Sicht auf seine Probleme. Fünf Voraussetzungen müssen allerdings erfüllt sein: - sich trösten lassen, - sich annehmen lassen, - sich lieben lassen, - sich vergeben lassen, - sich Lasten abnehmen lassen. Und dann ist man auch ohne zu jammern nicht allein. Olaf Hinrichsen
Behüteter Segnungsgottesdienst
Sonntag, 10. Januar 2010, 11.30 Uhr - der Familiengottesdienst ist zu Ende, jeder hat seinen blauen Zettel mit den Worten "Sei gut behütet von Gott dem Herrn" in der Hand oder in der Tasche - die neue Woche kann kommen.
Der Segnungsteil habe den ganzen Gottesdienst herausgerissen, so verabschiedet sich Thomas Schuster von Monika Meingassner, die den jüngsten Familiengottesdienst gehalten hat. "Oh, wie meinst Du das?" fragt Moni vorsichtig. Schnell schiebt Thomas lachend hinterher: "Freilich war der ganze Gottesdienst toll, aber der Segnungsteil war für mich etwas ganz Besonderes."
Behütet sollte sich jeder an diesem Sonntagmorgen fühlen, und dies nicht nur an diesem, sondern an jedem Tag. Der Familiengottesdienst mit dem Thema "Segen" wurde unter anderen von den Teen-angels mitgestaltet, in Wort, Gesang und Anspiel. Der Kirchenraum war bestimmt von Hüten, Mützen, Kappen und sogar einem gelben Bauhelm, auf dem Abendmahltisch, an der Kanzel, auf dem Klavier, an der Wand und letztlich auf Monika Meingassners Kopf. Was es damit auf sich hatte, war schnell erklärt. So symbolisierte beispielsweise der Bauhelm, auch als Stolperhelm bezeichnet, dass Gott uns auffängt und uns nicht fallen lässt, wie in Psalm 121,3 versprochen. Die Schlafmütze mit dem blauen Bobbel sollte dafür sorgen, dass wir Ruhe und Entspannung erhalten und, wie in Psalm 3,6 geschrieben steht, auch im Schlaf behütet werden. Die Polizeimütze, der Hut für die Schwachen, der Cowboy- oder Freiheitshut, der Zukunftshut und der Sonnenhut, alle haben ihre Aufgaben und die Zusage für Gottes Schutz. Doch niemand könne alle Hüte auf einmal tragen, aber man könne sie weitergeben und anderen Menschen dadurch den Schutz Gottes zusprechen, was im anschließenden Segnungsteil dann auch praktiziert wurde. "Wahrlich ein Gottesdienst, der nicht so schnell in Vergessenheit gerät", flüstert mir Uta Hegenloh noch während des Gottesdienstes in Ohr. Petra Biebrich
GoDi anders im Oktober 2009
Mitten in der Friedenskirche: Aliens gesichtet!
Christian Dreifert und Susanne Bühler glauben nicht nur an Aliens; sie sind überzeugt, dass Aliens mitten unter uns leben - das jedenfalls bekannten die Beiden musikalisch zum Auftakt des jüngsten „Gottes-dienst anders“ zum Thema „Ehe(s) kracht“.
Sie sprechen fast wie wir, aber, so Dreifert, wenn sie „ja“ sagen, meinen sie „nein“, die Angabe „fünf Minuten“ zeugt von einem wirren Zeitgefühl, und statt zu denken, lassen sie sich von Emotionen lenken. Oder, so Bühler, sie nehmen mehr als sie geben, lasen sich von Hormonen treiben und sind in Gesprächen meist abgelenkt. Die erste Sorte „Aliens“ nennt sich „Frau“, die zweite „Mann“.
Ob die Herkunft von jeweils einem anderen Stern der Grund ist, warum Mann und Frau sich so gerne zoffen? Das Lied „Das fremde Wesen“ von den „Wise Guys“ lässt die Frage offen. Tamara Straub und Andreas Säufferer lassen im Theater-Anspiel als Ehepaar eine andere Ursache zu Tage treten: Unterstützt von den inneren bösen Einflüsterern (Sarah Wörle, Andreas Hegenloh) streiten sie um ein (nicht ausreichend) repariertes Klo, einen nicht bestellten Tisch und weisen sich gegenseitig die Schuld zu: „Du hast nicht …“ Doch bevor der Krach so richtig eskaliert, kommen sie zur Besinnung - “lass uns aufhören damit!“
Und damit, so Pastor Stefan Reinhardt, ist schon alles gesagt: Aussteigen aus dem Konflikt, sich auch im Streit nicht als Gegner, sondern als Verbündete sehen. Konflikte entstehen, wenn Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen aufeinander treffen. Das „Lebensberatungsbuch“ Bibel meint dazu: "In Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Ein jeder sehe nicht nur auf das seine, sondern ein jeder auch auf das des anderen" (Philipper 2,3b - 4). Kein anderer Mensch ist dazu da, mich glücklich zu machen - auch nicht der Ehepartner - ich bin dazu da, andere glücklich zu machen.
Gott wurde in Jesus Christus Mensch. Doch er hielt nicht gierig daran fest, wie Gott zu sein. Er gab alle Vorrechte auf, wurde ein Mensch in dieser Welt und teilte das Leben der Menschen, zitierte Pastor Reinhardt die Bibelstelle weiter. Jesus schaute nicht auf seinen Schmerz; er schaute auf den Schmerz der Menschen, auf deren nicht erfüllte Bedürfnisse. Weil Gott in Jesus Christus Mensch wurde, können wir uns aus seiner Liebe heraus die Kraft schenken lassen (und annehmen), auf die Bedürfnisse der anderen zu blicken. Von Gott erhalten wir die Kraft, anderen zu dienen. Olaf Hinrichsen
Lobpreis September 2009
Es ist Samstagabend. Jetzt wird es schon wieder früh dunkel, der Sommer verabschiedet sich langsam, welke Kastanienblätter liegen auf der Straße und ein leichter frischer Wind bläst durch die Haare.
Es ist gleich 20 Uhr. An der Kirchentür werden wir mit einem herzlichen "Hallo, schön, dass ihr da seid" begrüßt. Heute gibt es noch ein kleines durchsichtiges blaues Sternchen in die Hand eines jeden Besuchers. Im Kirchenraum haben sich etwa 20 Personen eingefunden. Ich setze mich neben Traute Schweizer, die heute einmal nicht die Moderation des Lobpreisabends macht. Aber ich weiß, dass bei Traute die Fäden für den allmonatlichen Lobpreisabend zusammen laufen.
Anne und Andreas Burckhardt haben den heutigen Abend vorbereitet; Christine Rieker begleitet Andreas auf der Gitarre. Wir feiern den Abend, um Gott die Ehre zu geben. Aber was soll das Sternchen in meiner Hand? „Highlights“, meint Andreas - das Sternchen soll uns erinnern an die Sternstunden, die wir vielleicht in den vergangenen Wochen hatten - und ein jeder, der möchte, solle sie mitteilen, egal ob es eine Begegnung mit Gott war oder eine eindrucksvolle Radtour wie sie Andreas erleben durfte.
Und tatsachlich, nach einigen Lobpreisliedern und Gebeten waren die Erinnerungen an die Sternstunden verbalisiert. Es ist toll zu hören, worüber sich ein jeder in seiner Art freuen kann, und es ist noch schöner, dass andere sich mit einem darüber freuen können. Durch die Erzählungen werden die Situationen noch einmal ganz präsent und Emotionen kommen ganz unverblümt heraus.
Im Impuls, den Andreas gegeben hat, sollte das Thema Glauben und Vertrauen erarbeitet werden. Gemeinsames Lesen der verschiedenen Bibelstellen, Gespräche, Kerzen anzünden, Wünsche und Gebetsanliegen notieren und sich segnen lassen rundeten den Lobpreisabend ab. Vollgetankt, gestärkt, voller Zuversicht und Dankbarkeit geht es nun wieder in den spätsommerlichen Abendwind.
Lobpreisabende finden jeden ersten Samstagabend im Monat um 20 Uhr in der Friedenskirche statt. Kommt und seht!








